Wasserratte Charly!





Sobald es draußen wärmer wird, ist Charly in der Nähe von Wasser kaum mehr zu bändigen. Sobald er das leise plätschern von Wasser vernimmt wirft er sich ins Geschirr und zerrt mich im Eiltempo die Uferböschung hinunter.
Mein verzweifeltes Rufen am Ende der Leine wird dabei tunlichst überhört. Wieder einmal lande ich mit Karacho im Schlamm, der nach allen Seiten hochspritzt und verfluche ihn lauthals.

"Charly, ... verdammt noch mal, bleib endlich stehen!!!"

Meine kleine Fellnase tut so, als ob er mich nicht hört. Hmpf!
Kann er nicht ein wenig Rücksicht auf mich nehmen? Andere Hunde machen das doch auch. Nur Charly hat seinen eigenen Kopf. Jack-Russel-Terrrier sind dafür leider extra gezüchtet worden. Wenn er einen Fuchs in seinem Bau aufstöbert, rennt er auch nicht als erstes zum Jäger und lässt sich erklären, wie er ihn aus dem Bau rausprügeln soll. Nein, da wird mit vollem Körpereinsatz gearbeitet. Gebellt, getobt, geknurrt und immer wieder in das Hinterteil gezwickt. (Dem Fuchs!)

Wütend wische ich mir den Schlamm aus den Augen und stöhne laut auf. Wann hatte ich das letzte Mal intakte Knie? Ich blicke an mir hinunter. Unzählige Narben zieren meine Unterschenkeln und ich nehme mir fest vor, dass ab heute ein anderer Wind weht. So kann es definitiv nicht weitergehen.

Charly muss lernen geduldig am Ufer zu warten, bis ich eine geeignete Stelle gefunden habe, um unbeschadet zum Wasser zu gelangen. In meinem Kopf rattert es. In Gedanken gehe ich alle von mir penibel gelesenen Ratgeber durch. Und bemerke leider viel zu spät, dass mein kleiner Racker, der noch vor wenigen Minuten hechelnd in der Leine hing, urplötzlich den Rückwärtsgang einlegt und blitzschnell aus dem Geschirr schlüpft.



Och nee, ... nicht schon wieder!

"Charly komm sofort zu mir. Hierher!!!"


Der kleine Mistköter hat aber ganz andere Pläne. Voller Elang wirft er sich in die Fluten (na ja, kleines, ruhig dahinplätscherndes Bächlein trifft eher zu) und lässt sich auf dem Bauch dahintreiben. Und ich stehe mit heruntergeklappter Kinnlade am einsamen Ufer und an meiner rechten Hand baumelt die Leine mit dem verweisten Geschirr.




Tja, ... meine kleine Fellnase weiß einfach, wie man einen heißen Sommertag genießt. Und ich verbringe den Sonnentag damit, ihn wieder einzufangen.


Als erste Maßnahme haben wir mit dem Schleppleinentraining begonnen. 

Hast du auch so eine Wasserratte zu Hause? Freue mich auf eure Kommentare.

Sonja und Charly

Kommentare:

  1. haha - und immer rein ins nass!
    mein frauli hat ja leicht lachen, ich gehen NIEMALS freiwillig ins wasser.
    und bei regen geh ich gar nicht erst vor die tür...

    schleckerbussi
    quentin

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  2. Hihi, Charly, du hast mir aus der Seele gehandelt. Wasser ist super, nur nehme ich schon etwas Rücksicht auf mein Frauchen, obwohl ich ja auch gezüchtet wurde, um eigene Entscheidungen zu treffen. Manchmal muss Hund den Zweibeinern eben einfach ein wenig entgegenkommen, sonst artet das Zusammenleben in Stress aus.

    Wuff-Wuff dein Chris

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  3. Keiner unserer Hunde ist eine Wasserratte, sondern eher das Gegenteil. Wenn ich so eure Geschichte lese, dann habe ich plötzlich das Gefühl, dass ein wasserscheuer Hund auch von Vorteil sein kann. Ihr beide seid schon ein tolles Paar, Charly hat die Flausen im Kopf, und Frauchen kann alles wunderbar in Texte verfassen.

    Liebe Grüße
    Sylvia mit Emi, Luke und Pflegi Manu

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    1. Jaaah, ... da liegst du genau richtig. Einer muss ja dafür sorgen, dass es Frauchen nicht langweilig wird.
      Liebe Grüße
      Sonja und Charly

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