Wir üben das verlässliche herankommen mit einer Schleppleine!





Seit Wochen spazieren wir mit der Schleppleine durch die Landschaft und üben fleißig das verlässliche Herankommen. Ich muss zugeben, am Anfang war ich nicht begeistert von der Aussicht, ständig mit einer nassen und vor Schmutz starrender Leine durch die Gegend zu latschen.

Nein, ganz und gar nicht.

Das erste Jahr, Charly kam im zarten Alter von 9 Wochen zu uns, gab es keinerlei Probleme mit ihm. Das änderte sich aber schlagartig, als er in die Pubertät kam.
Ja, … richtig gelesen, auch Hunde kommen in die Pubertät. Diese Tatsache wollte ich erst gar nicht glauben. Von Hunden hatte ich am Anfang absolut keine Ahnung. Wie ihr vielleicht schon erraten habt, ist Charly mein erster Hund.
Blieb er zunächst bei unserem täglichen Spaziergang brav an meiner Seite, preschte er nun mit fliegenden Schlappohren in das nächste Maisfeld. Da konnte es durchaus eine halbe Stunde dauern, bis er wieder auftauchte. Mit Tränen in den Augen stand ich am Rande des Maisfeldes und verabschiedete mich in Gedanken von ihm.

Schön war es mit dir, kleine Fellnase!

Eine Lösung musste dringend her. Intensiv durchforstete ich das Internet nach geeigneten Tipps und besetzte die Bibliothek für mehrere Tage. Etwas brauchbares war leider nicht dabei. Na toll, da ist mein Scheitern doch schon vorprogrammiert.
Alsbald gesellte sich zu seinem ständigen Ausbüchsen eine neue Marotte hinzu. Das Hundeverbellen!
Und zwar lautstark und mit vollem Körpereinsatz. Und ich stand, mit hochrotem Kopf und ratlosem Blick, am anderen Ende der Leine da. Was ist nur in ihn gefahren? So kenne ich ihn überhaupt nicht. Als wäre das nicht genug, drehte er bald bei jedem entgegenkommenden Traktor oder Moped vollends durch. Knurren, heulen, bellen, Zähnefletschen!
Mir wurde ganz flau im Magen.
Eine liebe Freundin hörte sich mein Jammern tagelang an, bis sie mir endlich einen glorreichen Tipp gab.

„Versuche es doch einmal mit einer Schleppleine.“

Hähhh, … wie jetzt? Schleppleine? Spinnt sie jetzt total?

Charly randaliert mordsmäßig an der Leine und ich soll in aller Seelenruhe mit einer 5 m langen Schleppleine spazieren gehen?
Da kann ich mir ja gleich mein eigenes Grab schaufeln!


Aber ich war so verzweifelt, dass ich mich auf diesen Versuch einließ. Und ich kam aus dem Staunen nicht mehr heraus. War meine kleine Fellnase bei einem entgegenkommenden Jogger noch vor ein paar Tagen sofort auf Krawall aus, kam er an der Schleppleine mit einem unsicheren Blick sofort zu mir. Hähhh!
Das gleiche Schauspiel bot sich mir bei Traktoren, Motorrädern und Hunden. Charly trippelt fröhlich mit dem Schwanz wedelnd an meiner Seite und wirft mir ab und zu einen kurzen Blick zu.

Na Frauchen, das hättest du nicht gedacht?!

Na gut, … ich will ehrlich sein. Ab und zu stecke ich ihm zur Belohnung ein Leckerli zu. Das hat er sich aber auch verdient.
Als nächsten Trainingsschritt soll ich die Leine auf den Boden fallen lassen. Augenblicklich steigt ein Horrorszenario vor meinen Augen auf, ... .

Fortsetzung folgt!!!

Hat dich deine Fellnase auch schon einmal total überrascht? Freue mich auf eure Kommentare.

Sonja und Charly


Kommentare:

  1. Ich glaube mein Kommentar wurde gerade gefressen :( Ich wollte mich für den lieben Besuch bei mir bedanken und Charly erinnert mich sehr an meinen kleinen Wolf - dem schaut der Schabernack auch so aus den Augen ♥

    Alles Liebe nima

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  2. Das hört sich doch total super an :-) Lilly hat mich erst gestern überrascht als sie mit durchhängender Leine vor der Müllabfuhr mit mir durch's Dorf spazierte. Beides sind nicht ihre Lieblinge und ich war doch überrascht, was unser neuer Trainingsansatz zu bewirken vermag :-)

    Liebste Grüße und weiter so :-)

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  3. Huhu :)
    Immer schön, wenn es klappt :) Nur nicht aufgeben!
    Ich hab immer meine Marotten... bin ja auch gerade im besten Alter ;)

    Schlabbergrüße Bonjo

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  4. Das hört sich doch super an! Da hat sich das Training wirklich gelohnt.
    Das erste Bild finden wir übrigens total goldig!!!
    Liebe Grüße
    Nora, Rico und Sam

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  5. Nun sind wir mit Socke sehr verwöhnt und haben all diese Erfahrungen nicht gemacht. Du würdest wahrscheinlich lachen, wenn Socke bellt und an der Leine zieht. Also, alles sehr harmlos bei uns. Gut, wir haben Socke mit 3,5 Jahren bekommen, einen erzogenen und erwachsenen Hund, der schon Welpen bekommen hat. Ein echter Anfängerhund….Sie hat aber so einige Macken, sie sie sich vielleicht hie zugelegt hat, aber sehr rassetypisch sind. Wir haben uns damit arrangiert. Dies liegt sicher an der Erkrankung, wobei wir nicht resigniert haben. Nein, auch hier gibt es Regeln und wir wissen worauf zu achten ist…

    Ich finde es sehr spannend und freue mich wie es weitergeht mit Eurem Schleppleinentraining.

    Viele liebe Grüße
    Sabine mit Socke

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  6. Liebe Sonja,
    Pubertät - daran erinnere ich mich gerade wieder.
    Bei unserem Flöckchen ist das zwar schon ein paar Jahre her, aber ganz vergessen tut man es nie.
    Liebe Grüße an Euch!
    ANi

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  7. Hey Charly, Gratulation. Es klappt doch schon ganz prima. Ans Frauchen: Versuch mal, ohne Ablenkung, die Schleppleine fallen zu lassen und dich zu verstecken. Bei uns hat das prima geholfen, da ich mein Frauchen ein paar Mal "verloren" habe, achte ich bei Spaziergängen, auch ohne Leine, darauf, dass sie zumindest in Sichtweite bleibt. Und ich kriege auch heute noch (mit 4,5 Jahren) ein Leckerchen, wenn ich in bestimmten Situationen gut höre und zurück zu Frauchen komme. Bei der Motzerei haben wir noch keine perfekte Lösung, es gibt eben einfach Jungs, die ich einfach nicht mag und das muss ich denen dch auch sagen.

    Wuff-Wuff dein Chris

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  8. Wuff, ich kenne die Phase der Pupertät noch sehr gut, alles hatte ich vergessen und Frauchen hat an ihren Fähigkeiten gezweifelt.
    Macht gar nichts, denn nun kann ich sie um so toler mit meinen "guten Taten" überraschen - sonst hätte sie sie als selbstverständlich getrachtet.
    Nasenstups von Ayka

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