Assistenzhunde!





So wie die Sonne auf diesem Bild aufgeht, so beginnt beim Einzug eines Assistenzhundes oft ein völlig neues Leben. Vorbei sind die Einsamkeit oder die Angst alleine auf die Straße zu gehen. Der Hund muss schließlich jeden Tag nach draußen. Da gibt es keine Ausreden mehr. 

Neulich habe ich von einem kleinen Mädchen gehört, für das dieses Jahr ein großer Traum in Erfüllung gegangen ist. Sie bekam einen Hund. Aber nicht irgendeinen, sondern einen Assistenzhund. Der auf die Früherkennung von Unterzuckerung spezialisiert ist. Vor einem Jahr wurde bei dem Mädchen Diabetes diagnostiziert und seitdem können die Eltern keine einzige Nacht mehr ruhig schlafen. Bis der Hund bei ihnen einzog.

Sobald eine Unterzuckerung auftritt bellt er ganz laut und flitzt zu der eigens dafür installierten Klingel und alarmiert so die schlafenden Eltern. Aber damit nicht genug, schnappt sich der Hund den Notfallbeutel und flitzt zurück ins Zimmer des Mädchens. Dadurch können die Eltern rasch eingreifen und das dringend benötigte Mittel in kürzester Zeit spritzen.

Ich bin fasziniert, wie gut das alles klappt. Dass Hunde sehr gut riechen, ist uns Hundehaltern seit langem bekannt. Aber dass davon auch kranke Menschen profitieren, finde ich eine wundervolle Idee. Das  Mädchen kann diesen Sommer das erste Mal mit ihren Freundinnen alleine auf den Spielplatz gehen und ihre Eltern müssen sich keine Sorgen machen, denn ihr Hund passt gut auf sie auf. Keine Sekunde lässt er sie aus den Augen und bleibt ganz nah an ihrer Seite. Und für alle Fälle hat sie immer ihr Notfallset dabei.

Assistenzhunde werden sehr vielseitig eingesetzt. Ihr Einsatzgebiet umfasst Sehbehinderte, Rollstuhlfahrer, an Diabetes erkrankte, um nur einige zu Erwähnen. Und für viele beginnt mit dem Einzug des Hundes oft ein neues Leben. Endlich trauen sie sich in die Öffentlichkeit, denn der Hund ist ihnen eine unglaubliche Stütze im alltäglichen Leben. Ein Assistenzhund darf überall hin mitgenommen werden. Zum Einkaufen, ins Restaurant und sogar ins Flugzeug. Er hilft beim Socken ausziehen oder die Tür öffen. Tätigkeiten, die für uns ganz selbstverständlich sind, kann ein beeinträchtigter Mensch oft nur mit Hilfe seines Hundes bewältigen.

Die Ausbildung solch eines Hundes ist enorm. Sie benötigt sehr viel Zeit, aber auch eine Menge Geld. Im ersten Jahr wächst der Hund in einer Gastfamilie auf und danach beginnt für ihn die eigentliche Ausbildung. Leider hatte ich noch nie die Gelegenheit, mir ein genaues Bild von dem Training eines Assistenzhundes zu machen. Das würde mich brennend interessieren. Wenn ich bedenke, wie lange ich bei Charly für die  einfachen Grundkommandos wie Sitz, Platz und Bleib, gebraucht habe, kann ich nur sagen: "Hut ab."

Ein riesengroßes Lob an die Ausbilder dieser Hunde. Ohne sie gäbe es diese wundervollen Hunde nicht.

Sonja und Charly






Kommentare:

  1. Wuff Charly,
    meine Menschen teilen deine Faszination von "Berufstätigen Hunden". Im Shop von diesem Link http://www.blindenhundeschule.ch/ hat es einen ganz tollen Film - "Zusammen unterwegs" -der ihre Ausbildung zeigt - Frauchen hat immer feuchte Augen wenn sie den Film mit den vier Berufstätigen Geschwistern ansieht. Sie haben auch ganz tolle Besuchstage wo sie zeigen wie so eine Ausbildung geht.
    Nasenstups von Ayka

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    1. Danke für den Link. Werde gleich einmal vorbeischauen.

      Liebe Grüße
      Sonja

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  2. Hallo
    Danke für den tollen Beitrag. Ich arbeite ja in einer Rehaklinik für Querschnittgelähmte in der Schweiz und komme des Öfteren in Kontakt mit Begleithunden. Sie sind sehr wertvoll für diese Menschen.
    Falls es Euch interessiert schaut doch mal hier
    http://www.lecopain.ch/ ... bei uns heissen diese Hunde liebevoll Le Copain :-)
    Ich grüsse euch ganz lieb
    Die Tanja

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    1. Dir auch danke für den Link. Toll, dass in eurer Rehaklinik Assistenzhunde so gut aufgenommen werden. Le Copain, eine wunderschöne Bezeichnung.

      Liebe Grüße
      Sonja

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  3. Hallo Sonja und Charly,
    das wusste ich noch gar nicht und bin begeistert. Das Hunde in vielerlei Hinsicht Menschen helfen können, wissen wir ja. Danke für diese wichtige Information.
    Viele Grüße, Synnöve

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  4. Schön geschrieben. Wir finden es auch absolut Wahnsinn, was Hunde leisten können und wie viel Geduld in solch eine Ausbildung gesteckt werden muss. Hut ab und wir sind für viel mehr Assistenzhunde!

    *wuff* und liebste Grüße

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  5. Oh, ein total interessantes und spannendes Thema.Wir wollten uns auch schon lange mal damit befassen und wissen immer noch nicht, wie es genau funktioniert. Es soll ja auch Assistenzhunde geben, die bereits von ihren späteren Haltern ausgebildet werden, haben wir mal irgendwo gehört. Das fände ich sogar noch schöner. Die Frage ist nur, was passiert mit dem Assistenzhund, wenn er eines Tages in den Ruhestand geht?

    Übrigens: Socken ausziehen und Türen schließen kann ich auch. Wären die blöden Lichtschalter nicht so hoch angebracht, könnte ich bestimmt auch das Licht ein- und ausschalten.

    Wuff-Wuff dein Chris

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    1. Hallo Chris, du bist ja ein ganz fleißiger Terrier. Socken ausziehen und Türen schließen - soweit bin ich lange noch nicht. Habe leider auch kläglich beim Winke-winke-Video versagt. Aber Frauchen und ich arbeiten fleißig daran.

      Was mit Assistenzhunden im Ruhestand passiert weiß ich leider auch nicht. Werde mich aber schlau machen und demnächst darüber berichten.

      Liebe Grüße
      Sonja und Charly

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  6. Oh ja, die Arbeit von Assistenzhunden ist wirklich bewundernswert, egal in welchem Bereich sie arbeiten.
    Liebe Grüße
    Nora, Rico und Sam

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  7. Wir sind eben kleine Wunder auf vier Pfoten. ;-) Das sollte wirklich Schule machen!
    Liebe Grüße,
    Lotta

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  8. Ein toller und informativer Bericht. Uns war bekannt, was Assistenzhunde alles leisten, aber darüber kann man nie genug lesen und wissen. Ich meine gehört zu haben, dass nicht alle Krankenkassen die Ausbildung bezahlen. Schade…

    Viele liebe Grüße
    Sabine mit Socke

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    1. Liebe Sabine, da hast du leider Recht. Kaum eine Krankenkasse übernimmt die Kosten für einen Hund. Dabei können sie so viel Lebensfreude in eine Familie bringen. Das zeigt uns die Geschichte von dem kleinen Mädchen klar und deutlich.

      Liebe Grüße
      Sonja

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  9. Ich habe gerade den interessanten Beitrag gelesen, auch wenn er schon älter ist. Ich bekomme dieses Jahr einen Assistenzhund, und werde ihn mit Hilfe meiner Trainerin selber ausbilden. Er kommt für einige Wochen zu meiner Trainerin und lernt dort die Grundkommandos und schon einige der späteren Assistenzaufgaben. Danach geht das Training bei mir weiter. Viele ziehen ihre Hunde von Welpen an selber auf. Das System mit den Patenfamilien ist inzwischen überholt und wird nur noch von einigen großen Organisationen angewandt. Wenn du Fragen hast, immer her damit. Leider gibt es noch zu wenig Aufklärung.

    LG Natasha

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