Wenn es an der Haustür klingelt ...



und eine dir völlig unbekannte Frau um Einlass bittet, dann mach auch keinen Fall auf. Häng die Kette ein, schieb eine Kommode davor und lasse sie n-i-c-h-t ins Haus. Glaube mir, du wirst es sonst ein Leben lang bereuen.

Ich hatte es mir nichtsahnend auf der Couch gemütlich gemacht, als es klingelte. Augenblicklich war ich hellwach und stimmte zu einem Bellkonzert an, dass die gesamte Nachbarschaft mithören konnte. Frauchen versuchte mich zu beruhigen und öffnete die Tür einen Spalt.

Zwischen ihren Beinen hindurch konnte ich einen Blick auf die Besucherin erhaschen. Na nu, wer ist denn das? Frauchen begrüßte sie freundlich und bat sie herein. Nee Frauchen, du kannst sie doch nicht einfach hereinlassen. Wer weiß, was sie im Schilde führt. Warndend baue ich mich vor ihr auf und knurre leise. *Keinen Schritt weiter, sonst bist du platt.*

Oha, da habt ihr ja ein massives Problem. Frauchen steigen Tränen in die Augen. Nimm ihn sofort an die Leine und danach besprechen wir in Ruhe eure Probleme. Zack, Leine am Halsband befestigt und ohne ein Wort in die Küche gezerrt. Ja, was geht denn hier ab? Wer ist diese Frau? Fest stemmt ich meine kurzen Beinchen in den Boden. Blöd nur, dass ich auf dem rutschigen Lamitatboden keinen Halt finde. *hmpf*

So, erzähle mal, wo brennt denn der Schuh. *Hä, welcher Schuh?* Frauchen fischt einen Zettel aus ihrer Hosentasche und beginnt mit zittriger Stimme zu lesen.

Charly lässt keinen Fremden ins Haus.      *Na klar doch, einer muss ja aufpassen in unserer Familie*
Charly will jeden Fußgänger mit Haut und Haaren fressen.    *Äh, ich muss dich doch beschützen*
Charly knurrt auf der Couch.    *Einer muss doch für Ruhe sorgen.*
Charly jagt den Hasen hinterher.    *Du hast mein Futter rationiert.*
Charly ...

Tja, da habt ihr eine menge Probleme. Frauchens Augen treten hervor. Nein, so schlimm sind sie auch wieder nicht. Das bekommen wir schnell in den Griff. Als erstes stellen wir Charly Körbchen in die hinterste Ecke vom Wohnzimmer. Es ist nämlich nicht gut, wenn er die Tür ständig beobachtet.
*Hallo, ihr könnt doch nicht einfach meinen Beobachtungsposten umsiedeln?!*



Wenn es an der Haustür klingelt, wird er ohne Worte an die Leine genommen oder du verpasst ihm einen Maukorb. *Schluck*





Auf die Couch darf er in nächster Zeit nur mehr, mit der ausdrücklichen Erlaubnis von dir. Bei jedem noch so kleinen Knurrer, fliegt er von der Couch. *Oha*

Charly darf draußen nur mehr mit der Schleppleine laufen. Die richtige Handhabung zeige ich dir bei unserem Training, das nächste Woche beginnt. *Habe ich da etwas verpennt? Welches Training?*

Und Charly muss endlich lernen, dass du der Chef bist. *Nee, der Chefposten ist schon vergeben. Das bin definitiv ich.*

Du füllst seinen Futternapf.
Du bestimmst, wann es Zeit ist für einen Spaziergang.
Du bestimmst die abendliche Kuschelrunde.
Du ...

Endlich höre ich die Haustür ins Schloss fallen und ich lasse mich erschöpft auf das Sofa sinken, als Frauchen im Kasernenton brüllt:


 Runter von der Couch, ich bin der C-h-e-f !!!





Das war der Tag, an dem ich unsere Hundetrainerin kennenlernte. Und ich gebe euch einen guten Rat, wenn eine euch unbekannte Frau (Mann) an der Hautür läutet, lasst sie auf  k-e-i-n-e-n  Fall ins Haus. Auch wenn sie noch so leckere Hundekekse dabei hat.

Habt ihr auch schon Bekanntschaft mit einer Hundetrainerin gemacht?

Sonja und Charly




Kommentare:

  1. Huch...also Charly, so hätte ich dich nicht eingeschätzt! Aber gut, dass dein Frauchen sich Hilfe geholt hat, dann solche Situationen sind ja Stress für dich ;) Ihr werdet das alle zusammen sicherlich ganz toll hinkriegen und ich bin über weitere Berichte gespannt! Nein, wir hatten noch keine Erfahrung mit Hundetrainern ;)

    Alles Liebe nima

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  2. Waas? Die kommen jetzt auch schon ins Haus? Wir sind da immer hingefahren, früher, als ich noch klein war. Aber danke für den Tipp, Charly! Wobei, ich lasse sowieso niemanden in MEINE Wohnung, ohne den zu verbellen. Ich trete ihm nicht gegenüber, man kann mich nicht sehen, in meinem Bettchen unterm Schreibtisch, aber hören kann mich echt jeder.

    Wuff-Wuff dein Chris

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  3. Es gibt Menschen vor denen ist Hund nirgends sicher ... also hätte es auch nichts geändert, wenn Du die Dame nicht ins Haus gelassen hättest :) Bei uns wird auch gebellt, wenn jemand den Hof betritt - aber nur so lange, bis die Hunde merken, wir haben es auch gesehen und kümmern uns darum - dann sitzen sie gespannt an der Tür vom Wohnzimmer zum Flur und warten darauf, den Besuch begrüßen zu dürfen :)
    Ich bin gespannt, wie Frauchen - und Dir - das neue Training bekommt!

    Liebe Grüße an den Chef des Hauses (sucht euch mal schön selbst aus, wer das ist),
    Isabella mit Damon und Cara

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  4. Hab ich es doch gewusst! Frauchen hat mir mühevoll weisgemacht, dass es keinen Grund gibt Menschen, denen sie die Tür öffnet, lautstark zu verjagen - und ich bin drauf reingefallen! Ab jetzt sollte ich wohl misstrauischer sein...

    *wuffwuff*
    Dein Buddy

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  5. Danke für den Tipp, Charly. Ich verbelle ja auch alles, was sich unserem Haus nähert. Aber mein Rudel findet das ganz gut. Denn ich soll das Haus bewachen. Die Einbruchsraten sind hier nämlich ganz ordentlich. Und da ich nicht lernen kann, wen ich reinlassen soll und wen nicht, ist das Bellen hier in gewissem Umfang erwünscht. Die anderen Probleme kenne ich hier nicht, aber ich bin gewarnt und hoffe, Du wirst die Dame wieder los...

    Viele liebe Grüße
    Sabine mit Socke

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  6. Tröste Dich Charly, ich darf auch nicht Chefin sein .
    Bei uns hat Herrchen das Sagen und damit geht es mir gut !
    Sina und Käthe

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  7. Tja Charlie, da geht es dir wohl wie den meisten von uns. Wir dürfen auch nicht aufs Sofa (außer wenn unsere Menschen uns dazu einladen) und schon gar nicht mit an die Tür. Und wenn Pollys Wachtrieb mal wieder mit ihr durch geht, dann holt Frauchen sich auch Rat bei unserer Hundeerziehungsberaterin. Die mögen wir übrigens voll gern, weil sie uns so gut versteht und unserem Frauchen hilft, uns besser zu verstehen. So wünschen wir euch das auch!
    Liebe Grüße aus Terrierhausen

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  8. Lieber Charly,
    vielen Dank für den Tipp. Also hier kommt ja sowieso keiner rein, den wir nicht kennen. Sind ja schließlich im Doppelpack. Obwohl ... der Nikolaus hatte sich ja auch einfach eingeschlichen und der Weihnachtsmann soll auch bald kommen. Da müssen wir wohl eine Ausnahme machen. Aber warum knurrst du auf der Couch? Wir haben es gern wenn es richtig eng wird und wir mit unseren Menschen kuscheln können. Na hoffentlich kommt die unbekannte Frau nicht so oft zu dir. Mit dem Maulkorb guckst du nämlich echt bedeppert aus dem Fell.
    Liebe wauzis von Emma und Lotte

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  9. Uiiii, das tönt ja gar nicht gut und dann noch vor den Festtagen - oder hast du ev. vorher etwas übertrieben? Bleibt dir wohl oder übel nicht anderes übrig als deiner Futterhand die Wünsche zu erfüllen.
    Nasenstups von Ayka

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  10. Ach Du Schande!! Das sind ja gefährliche Leute, die sich rumtreiben und wahllos an irgendwelchen Haustüren klingeln!! Ich werde verstärkt aufpassen, dass mir davon keiner ins Haus kommt!!!! Armer Charly! ((Aber die Hundeschule ist gar nicht so schlimm...))

    Liebe Grüße, dein Ach Goood

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  11. Charly, Charly oh oh jetzt wirds ernst ;-)

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  12. Ach du Schreck....*augen aufreiß*...
    so einen unfreundlichen Zweibeiner haben wir zum Glück noch nicht erlebt...
    Frauchen ist nicht so der Fan von Hundeerziehern, sie nimmt die Sache immer lieber selbst in die Pfote *schnauf, puh durchtme*... aber ob das nun besser ist ?! *grübel*.
    Wuff, Deco + Pippa
    P.S. Schau doch mal bei uns vorbei - es gibt was zu gewinnen

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  13. Ich finde es toll, dass ihr euch Unterstützung gesucht habt! Moe steht das auch noch bevor, nächstes Jahr wollen wir uns jemanden suchen, der uns dabei unterstützt, dass Moe andere Hunde auf der Straße nicht anpöbelt. Mal sehen. Wie habt ihr eure Trainerin gefunden, nach welchen Kriterien habt ihr sie ausgesucht?

    Viele Grüße,
    Nicole

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    1. Ich wurde im Internet auf sie aufmerksam. Viele liebe Hundebesitzer hatten Dankesbriefe an sie geschrieben. Und weil viele der erwähnten Probleme auch uns Kopfzerbrechen bereiteten, habe ich sie kurzerhand kontaktiert. Und ich bereue diese Entscheidung keine Sekunde.

      Moe wird es sicher gut tun, wenn er endlich gelassen an anderen Hunden vorbeilaufen kann. Ich finde es super, dass du dir Hilfe holen willst.

      Wenn du mehr darüber erfahren willst, kannst du mir gerne ein E-Mail schicken.

      Liebe Grüße
      Sonja und Charly

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  14. Der Beitrag ist ja wahnsinnig toll geschrieben, besonders der Schlussteil war genial! Ich musste so einige Male bei deinem Text schmunzeln, auch wenn natürlich hinter dem Ganzen ein ernstes Thema steckt. Ich finde es übrigens große Klasse, dass du dir Hilfe geholt hast. Ich glaube es ist wahnsinnig schwer sich an Punkt X einzugestehen, dass man es alleine nicht schafft.

    LG

    Jasmin und Bailey

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