Eine Begegnung der besonderen Art

Wir haben riesiges Glück gehabt. Das möchte ich gleich einmal vorwegnehmen, bevor ich euch von unserer Begegnung erzähle. Gestern unternahmen meine Fellnase und ich einen Spaziergang und weil die Gelegenheit günstig war, machten wir einen Abstecher in die Bank. Genauer gesagt zum Bankomaten.  Während ich Geld abhebe, sitzt Charly ruhig neben mir. Wie immer.

Nur diesesmal betritt eine alte Dame, die wir von unseren täglichen Spaziergängen kennen, die Bank. Mit dabei ihr Rollator, den sie vor sich herschiebt. Nichts ungewöhnliches. Bis auf die Tatsache, dass draußen leichter Nieselregen herrscht und die Dame deswegen ihre Kapuze über den Kopf gestreift hat. So betritt sie die Bank. Wir befinden uns links in einer kleinen Nische und warten geduldig, bis sie an uns vorbeischlurft. Dumm nur, dass sie uns entdeckt hat und direkt auf uns zusteuert.




Rollator, übergezogene Kapuze und wir eingekeilt in einer Nische. 

 

Eine Situation an der es kein Zurück mehr gibt. Die alte Dame begrüßt uns mit lauter Stimme. Habe ich schon erwähnt, dass die Dame schwerhörig ist? Ja, wo ist er denn, mein kleiner Charly? Um ihn streicheln zu können beugt sie sich weit über den Rollator. Ich war wie von Donner gerührt. Charly geht sofort in Abwehrhaltung und knurrt warnend. Die nächsten Sekunden herrscht eine unheimliche Stille und in meinem Kopf jagen sich die Gedanken. Wie kommen wir aus dieser Situation heil heraus?

Meine Gedanken wirbeln im Kopf herum, als hätten sie ein Eigenleben. Währendessen steigert meine Fellnase sein Knurren eine Stufe höher. Oha. Charlys gesamter Körper, von der Nasenspitze bis Schwanzspitze, wackelt im Wechsel zum tiefen Knurren. *augenaufreiß* Blöd nur, dass ich der Dame nicht einfach sagen kann, dass sich Charly von ihr bedroht fühlt. Sie hört meine Einwände ja nicht.

Und meine Fellnase zeigt außer dem tiefen Knurren keine äußeren Anzeichen. Kein kräuseln der Lippen oder gar Zähnefletschen. Darüber bin ich natürlich heilfroh. Nur in dieser Situation wäre ein wenig mehr Körpersprache dringend erwünscht. Neben mir der knurrende Wackeldackel, vor mir die stocktaube Dame. Na prima. Nur mehr wenige Zentimeter trennen uns und ich habe keinen blassen Schimmer, wie ich diese doofe Situation zu einem guten Ende bringen soll.

Kalter Schweiß bildet sich auf meiner Stirn und ich sehe in Gedanken, wie Charly den Rollator attackiert. Todesmutig schiebe ich mich zwischen die Beiden und zwinge die alte Dame mit meinem Körper einen Schritt zurück. Gaaaanz vorsichtig. Nicht, dass die betagte Dame erschrickt und zu Boden stürzt. Nach einer gefühlten Ewigkeit habe ich den nötigen Abstand erzwungen und meine Fellnase lässt sich erleichtert zu Boden sinken. Gefahr gebannt. Ich unterhalte mich noch ein wenig mit der alten Dame und machen uns danach erleichtert auf den Heimweg.

Kennt ihr solche Situationen auch?

Wuffgrüße
Sonja und Charly




Kommentare:

  1. Ohweia, das ist ja eine echt doofe Situation gewesen. Da bin ich heilfroh, dass ihr es noch so gut überstanden habt. Aber da zeigt sich mal wieder, dass man gar nicht genug darüber aufklären kann, dass über den Hund beugen eben auch keine Lösung ist. Hoffentlich ergibt sich solch eine Situation nicht so bald wieder.

    Wuff-Wuff euer Chris

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    1. Ich werde in nächster Zeit noch besser aufpassen. Gefährlich wurde es, weil mich die alte Dame nicht verstanden hat. Sonst hätte ich sie höflich bitten können, einige Schritte zurück zu gehen.

      Liebe Grüße
      Sonja

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  2. Oh weia.... das ist mein Horrorszenario... Shiva fackelt da auch nicht lange... Sie geht in Angriff über, wenn ihr keine Fluchtmöglichkeit bleibt. Das hätte für die Dame (und mich) sehr bescheuert ausgehen können. Gut, dass du die Möglichkeit hattest, dich dazwischen zu schieben.

    Flauschige Grüße
    Sandra & Shiva *knurr*

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    1. Es ist allgemein für Hunde ein Problem keine Fluchtmöglichkeit zu haben. Viele meiner Freunde haben mir ähnliche Geschichten erzählt.

      Liebe Grüße
      Sonja

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  3. Oha! Kapuzen gehen bei Moe auch eher nicht, aber sonst ist er relativ belastbar. Wenn ihm etwas wirklich unheimlich ist, versucht er sich hinter mir zu verkrümeln. Angriff? Nö. Eher schnell in Deckung. Zum Glück ist bei euch alles gut gegangen und vielleicht kann man der Dame ja noch beibringen, wie sie sich Charly gegenüber zu verhalten hat...

    Liebe Grüße
    Nicole

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    1. Das war ja unser Problem. Charly konnte sich nicht hinter mir verstecken. Die alte Dame hatte uns mit dem Rollator jede Fluchtmöglichkeit genommen.

      Ich finde es total süß, dass Moe bei dir Schutz sucht.

      Liebe Grüße
      Sonja

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  4. Das sind Situationen, die für nicht Hundehalter normal sind, die aber auch uns in Not bringen. Socke hätte ich der Situation durchaus gebellt und wäre auf die Dame losgegangen. Sie mag es nicht so bedrängt zu werden. Ich hätte mich dann erklären müssen, was oft in der Situation nicht geht, weil Socke immer weiter bellt.
    Du hast das ja gut gemeistert, aber ich verstehe nur zu gut, was Du meinst.

    Viele liebe Grüße
    Sabine mit Socke

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    1. Charly war mit der Situation völlig überfordert. Wenn er sich bedrängt fühlt, knurrt er nur leise. Da wäre mir das laute bellen von Socke viel lieber gewesen.

      Liebe Grüße
      Sonja

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  5. Oje, zum Glück ist das gut ausgegangen. Gedankenlosigkeit, die es eigentlich gut meint, aber ein Albtraum ist...
    glg Susanne

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    1. Ich kenne die alte Dame und sie meint es wirklich nicht böse. Sie hat früher auf einem Bauernhof gelebt und ist den Umagang mit Tieren gewöhnt. Nur eben nicht mit Hunden ....

      Liebe Grüße
      Sonja

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  6. Ach herrje, das ist so eine Situation die man sich nicht wünscht. Aber ihr habt das prima gemeistert und zum Glück ist nichts passiert. Ein gut gemeinter Streichler, der hätte böse enden können.
    Liebe Grüße vom Emma und Lotte Frauchen

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    1. Meine Sorge war, dass ich sie zu forsch zurückdränge und sie deswegen stürzt. Sie ist leider sehr wackelig auf den Beinen. Draußen auf der Straße lässt sich Charly ohne weiteres von ihr streicheln. Da hat er auch die Möglichkeit, sich zurück zu ziehen ...

      Liebe Grüße
      Sonja

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  7. Eine wirklich doofe Situation. Ich arbeite ja daran Kindern beizubringen, dass Hunde keine Stofftiere sind. Frieda geht zum Glück ganz lieb mit Kindern um. Aber dass soll ja auch so bleiben. Und viele Kinder rennen einfach auf sie zu oder packen Frieda ins Gesicht. Da versuche ich dann auch recht zügig was zu sagen. Am besten ist es, wenn die Eltern dabei sind.

    Liebe Grüße

    Jule und Frieda

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  8. ohha, das kann aber auch Angst einflößend sein. Gut das es so ausgegangen ist und nichts passiert ist. Wir haben sowas öfter wenn Kinder auf uns zustürmen und Sandy unbedingt anfassen wollen. Letztens hat sie jemand im vorbeigehen gestreichelt und da hat sie ganz schön ihre Zähne gezeigt. Zurecht und ich habe dem Mann auch gesagt was ich davon halte.
    LG Vanni mit Sandy

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