miDoggy Parade: Bin ich ein Helikopterfrauchen?





Ich sehe meiner Fellnase beim Schnüffeln zu, bemerke die Sonnenflecken, die durch das Blätterdach fallen und auf dem gewundenen Weg vor mir tanzen. Rieche den Regen, der gerade eben gefallen ist. Ich spüre das Gewicht meiner Kamera in der Hand. Nichts an diesem Moment scheint außergewöhnlich, und doch ist es, als drehe sich die Welt weiter und verharre gleichzeitig in einem ewigen Augenblick. Als hätte eine unsichtbare Hand den Schleier gelüftet und mir die Realität gezeigt. Julia von miDoggy hat zur Blogparade aufgerufen. Das Thema lautet * Helikoptereltern*?


Erkenne deine Fehler, damit du sie ändern kannst

Man kann es wenden und drehen, es kommt immer das selbe Ergebnis dabei heraus. Mein Mittelpunkt im Leben ist Charly. Es dreht sich alles um ihn, ob er sein Futter verträgt, ob es ihm warm genug ist, ob er genug Bewegung hat .... . Erschwerend kommt noch hinzu, dass ich durchs Bloggen gezwungen bin, mich jeden Tag mit Hundethemen auseinander zu setzten. Man will ja auf dem neuesten Stand sein. Vor einiger Zeit habe ich die Notbremse gezogen. Wie ihr vielleicht schon bemerkt habt, blogge ich nur mehr zwei mal die Woche. Mehr geht einfach nicht.

Wenn du es eilig hast, mache einen Umweg

Für viele von uns Hundehaltern gestaltet sich der Alltag ähnlich. Wir machen immer mehr und trotzdem kommen wir nicht voran. Brav traben wir weiter und bleiben im Hamsterrad und glauben, das muss so sein. Aber ist das wirklich so? Muss sich wirklich alles um den Hund drehen? Muss ich wie ein Helikopter um ihn kreisen und permanent prüfen, ob es ihm gut geht? Kann ich mich nicht einfach mal zurücklehnen und den Hund Hund sein lassen?



 

Warum das Unperfekte manchmal perfekt ist

Wenn ich mir einen Moment Zeit für mich nehme, einmal tief durchatme, erkenne ich, dass ich damit nicht wirklich glücklich bin. Etwas scheint immer falsch zu sein. Aber warum funktioniert es nicht, den Hund ständig zu bemuttern? Ich habe vor einiger Zeit aufgehört, mich über Charly zu beklagen oder zu jammern, weil er sich mal wieder nicht so verhält, wie ich es gerne hätte. Im wahren Leben ist es eben so, selten läuft alles perfekt. Ich muss nicht ständig darauf achten, dass ich alles richtig mache. Und damit geht es mir erstaunlich gut.

Jemanden zu lieben , heißt, in so zu lassen, wie er ist

Und nicht ständig um ihn herumzuwuseln. Ich nehme mir bewußt Auszeiten von Charly, verreise im Sommer ohne ihn und lasse ihn auch mal alleine zu Hause, um mich mit einer Freundin zu treffen. Bin ich deswegen eine schlechte Hundehalterin. Nein. Im Gegenteil, ich freue mich jedesmal riesig auf meine Fellkugel und verbringe die gemeinsame Zeit viel bewußter. Unser Zusammenleben ist seitdem intensiver, lebendiger, fabelhafter und viel entspannter. Leben und leben lassen ...



Ich nehme mir bewußt Zeit für Zeitschriften nur für mich



Wie sieht es bei euch aus. Tendiert ihr auch zum Helikopterfrauchen?



Liebe Grüße
Sonja und Charly

Kommentare:

  1. Ich muss gestehen ... dazu tendiere ich überhaupt nicht ;) Bei uns sind Hunde einfach ein Bestendteil unseres Lebens - mit eigenen Bedürfnissen, aber die haben wir auch.
    Wir verbringen gemeinsame Zeit, aber auch getrennte Zeiten. Allerdings ohne Planung, Gedanken oder System.
    Wenn es geht, dann sind die "normalen" Spaziergänge echte Hundezeit - wo die Beiden (fast) machen können, was sie wollen - lange schnüffeln, durch den Matsch toben oder auch mal schneller laufen. Aber es gibt auch Tage, wo wir nicht die Zeit oder die Gesundheit für solche Spaziergänge haben - dann wird eben einfach alles erledigt was nötig ist und es ist auch gut.
    Natürlich achten wir auf unsere Hunde - aber in einem normalen Maaß, wie wir es auch bei uns tun. Nur weil ich mal einen Tag keinen Hunger habe gehe ich doch auch nicht zum Arzt.

    Ich denke, es geht uns und den Hunden sehr gut damit und das Leben ist relativ entspannt.

    Liebe Grüße,
    Isabella mit Damon und Cara

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    1. Das kann ich auch so unterschreiben.

      Alles Liebe nima

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  2. Schön, dass das Zusammenleben bei euch so toll klappt. Ich habe es mit Charly ein wenig übertrieben, wir sind jetzt aber auf einem guten Weg. Er ist auch unser erster Hund. Da macht man eben einiges falsch. *grins*

    Liebe Grüße
    Sonja und Charly

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  3. Liebe Sonja,
    ein wunderschöner, fast schon philosophischer Text.
    Ich habe mich bisher im Thema "Helikopter-Frauchen" überhaupt nicht wiedergefunden. Aber sehr wohl in deinem Artikel. Danke für das Augen öffnen - und ja, dafür bedarf es manchmal das Stilmittel der Übertreibung. 😉
    Herzliche Grüße
    Stephie mit Enki und Luna

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  4. Durch Lottes Krankheit dreht sich bei uns viel um Lotte. Da müssen wir schon einige Abstriche bei unserer Freizeitgestaltung machen. Aber wir nehmen diese Einschränkungen sehr gern in Kauf und ich finde das es nichts mit dem Begriff der "Helikoptereltern" zu tun hat. Trotzdem nehmen wir auch mal unsere Hundeauszeit. Machen alleine kleinere Ausflüge und wir haben auch jeder ein Hobby. Dafür können Emma und Lotte bei gemeinsamen Ausflügen und Spaziergängen auch toben, schnüffeln, buddeln und sich vollkommen einsauen. Eben einfach Hund sein. Zu Hause wird gespielt, gekuschelt, sie dürfen auf dem Sofa lümmeln und auch im Bett liegen. Bis jetzt hat es immer gut geklappt und ich hoffe das es auch so bleibt.
    Liebe Grüße vom Emma und Lotte Frauchen

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  5. Jetzt hat mein Frauchen doch echt was dazugelernt - das hat den Begiff wirklich noch nicht gekannt.
    Eure Ayka, die ganz froh ist, dass Frauchen nicht flattern kann

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  6. Ich liebe meine eigene Freiheit viel zu sehr, um meinen Hund durch helikoptern einzuschränken. Klar habe ich ein Auge auf ihn. Er hat viele Freiheiten und darf auch mal selbst entscheiden - das liebt er und dankt es mir durch sein an mir orientiertes Verhalten.

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  7. Den Begriff Helikoptereltern habe ich noch nie gehört.
    Aber ich finde, ein Haustier ist ein Familienmitglied und seine Bedürfnisse sind genauso wichtig wie meine.
    Beim lesen Deiner Posts lese ich immer ganz viel Liebe zu Charly heraus und das finde ich sehr schön und es berührt mich auch oft. Ich weiss ehrlich gesagt gar nicht, ob man sich Gedanken darüber machen soll, ob man ein Helikopterfrauchen ist. Es ist, wie es ist.
    glg Susanne

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  8. Ich habe gelernt, was ich nicht schaffe an einem Tag zu erledigen, bleibt eben liegen... Tibi und ihre Krankheit gibt mir oft den Rahmen vor. Trotzdem will ich an unsere Rituale festhalten...
    Wenn Tibi bei "Tibi komm" noch schnüffelnd langsam kommt, ist das für mich ok...Bei "Tibi AUTO" kommt sie in 0,nix zu mir...
    Meine Prioritäten haben sich mit Tibi's Krankheit geändert, es ist ruhiger geworden.
    Meine Panik ist verschwunden, eine Besorgnis ist dafür geblieben...
    Ich denke mal...es ist total normal...
    Liebe Grüße von Sylvia

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  9. Dadurch, dass ich im Moment auf Ausbildungssuche bin, und Louis der einzige ist, der mir einen Tagesablauf gibt, muss ich sagen: leider ja. Wenn die größte Freude der letzten Wochen eine perfekte *pardon* Kackwurst ist, die nach langer Futterumstellerei auf das so ziemlich teuerste Futter am Markt und fürchterlichen Durchfall produziert wurde, dann läuft was schief :D ich vermisse ihn auch, wenn ich mal einen Abend lang ausgehe, dabei ist er ja nicht alleine... ^&

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