Wird man mit einem eigenen Haustier feinfühliger?




Vor einigen Wochen befanden sich mein Mann und ich auf dem Heimweg von einer Geburtstagsfeier. Wir fuhren eine Landstraße entlang und waren in ein angeregtes Gespräch vertieft. An den Fenstern rauschte die Landschaft vorbei und es war an dem Tag bittterkalt. Deswegen war ich heilfroh, dass ich im Auto die Heizung voll aufdrehen konnte. Wie das unsere Vorfahren in der Kutsche bei dieser Eiseskälte ausgehalten hatten? Brrrrr.

Das Thema unserer Diskussion lautete: Wie oft soll man mit seinem Hund Gassi gehen? Zur Zeit ein sehr heißes Thema in unserer Familie. Meine Töchter vertreten die Meinung, einmal am Tag reicht. Am Morgen übernehme ich die Rrunde, am Abend teilt sich der Rest der Familie den Spaziergang. Na, herausgefunden, warum sie der Meinung sind, dass einmal am Tag genug Bewegung für Charly ist? Ziemlich clever die beiden, nicht?! 

Plötzlich bremste mein Mann abrupt. Wir wurden nach vorne geschleudert, was aber wegen des Sicherheitsgurtes nicht weiter schlimm war.

Warum hast du gebremst?

Hast du die Maus nicht gesehen?!

Meine Kinnlade klappte bis zum Boden und es kam nur ein erstauntes *hä* hervor. Ziemlich ungewöhnlich bei mir.

Und damit kommen wir zu meinem eigentlichen Thema. Verändert ein eigenes Haustier den Umgang mit Tieren? Ich finde, ja. Man wird denTieren gegenüber feinfühliger. Bei mir ist es zumindest so. Vor Charly wurde jede Fliege in der Küche plattgemacht. Heute öffne ich die Terrassentür und weise der Fliege liebevoll den Weg nach draußen. Und das kann mitunter dauern ... .
Auf die gleiche Weise werden Spinnen auf einem Blatt Papier vor die Haustür begleitet. Man ist eben Tierlieb.





Aber dass mein Mann mitten auf der Landstraße eine Vollbremsung für eine kleine Maus hinlegt?! Das hätte ich nie von ihm gedacht. [Natürlich befand sich hinter uns kein Auto]

Und wie ist unsere Diskusion ausgegangen? Wir gehen nach wie vor zweimal am Tag mit Charly spazieren. Punkt.


Liebe Grüße
Sonja und Charly



Kommentare:

  1. Nein, ich glaube nicht, dass ich durch Socke feinfühliger geworden bin. Ich war schon immer so, habe immer alle Tiere gerettet. Mit Socke kann ich es vielleicht in anderer und intensiverer Form ausleben.

    Interessant fand ich die Diskussion ums Gassi gehen. Eure Kids sind ja echt clever. Aber wir gehen mit Socke 4-5 mal am Tag Gassi ( etwa 2,5 - drei Stunden). Dies liegt sicher an der Gabe von Cortison, an dem nassen Futter und der häufigen Fütterung. Aber nur einmal Gassi zu gehen, dass würde bei uns in den kühnsten Träumen nicht funktionieren. Wir haben uns daran gewöhnt sehr engmaschig mit Socke zu laufen, fänden es aber sehr praktisch, wenn es weniger wäre.


    Viele liebe Grüße
    sabine mit Socke

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  2. Ob man durch ein Haustier feinfühliger wird, kann ich dir nicht sagen. Ich hatte schon als Kind ein Haustier (zwar keinen Hund, aber einen Wellensittich) und war schon immer sehr tierlieb (außer bei Spinnen) Später kamen dann noch Fische und Zwergkaninchen dazu. Aber dann kam schon mein erster Hund, dann der zweite ....
    Wir gehen dreimal Gassi. Zusätzlich gibt es kleine Pullerrunden für Lotte.
    Liebe Grüße vom Emma und Lotte Frauchen

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  3. Wuff, mit zwei Runden bin ich nur im Ausnahmefall zufrieden - ääää natürlich wenn die Runde 6-7 Stunden dauert bin ich auch bescheidener.
    Die Frage betreffend "Tierliebe" werde ich heute am Frühstückstisch erörtern.
    Grüsse von der anspruchsvollen Ayka

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  4. Ich glaube nicht, dass ich mit Tieren feinfühliger geworden bin. Für eine Maus hätte ich auch vorher schon gebremst (Wenn ich denn überhaupt einen Führerschein hätte), sondern eher, dass Menschen, die sich Tiere ins Haus holen für Tiere generell feinfühlig sind. Leider überträgt sich meine Feinfühligkeit nicht auf Insekten, da ist bei mir leider der Ekel einfach zu groß.
    Und zur Frage, wie viele Spaziergänge ein Hund am Tag braucht: Ich denke, das hängt auch viel von der Qualität und Länge des Spazierganges ab und auch, was man sonst noch mit dem Hund macht, denn Spazierengehen ist ja bei weitem nicht die einzige mögliche Beschäftigung. Deshalb glaube ich garnicht, dass es da eine pauschale richtige Zahl gibt.

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  5. Ich würde mich da Monika anschließen und sagen, Menschen die sich Tiere holen sind generell feinfühlig (hiermit meine ich natürlich den ganz normalen Haustierhalter, außnahmen bestätigen die Regel)
    Zwei Runden wären bei uns auch zu wenig, Insgesamt bin ich am Tag eine große und drei kleinere Runden mit den Muckels unterwegs, wobei die große so 1,5 Stunden dauert und die kleinen jeweils eine halbe.
    Aber ich denke da ist jeder Hund anders.
    Liebe Grüße
    Jasmin mit Nora, Rico und Sam

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  6. Ich hatte als Kind einen Wellensittich, dann 2 Katzen und jetzt Lady. Aber ich muss schon gestehen, erst jetzt als Erwachsene wo ich Lady habe bin ich schon um einiges sensibler als früher. Keine Ahnung woran das liegt. Und Spaziergänge: Da mein Mann grossteils Lady mit hat untertags kümmere ich mich am Abend um die Gassirunde. Am Wochenende gemeinsam. LG Claudia

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  7. Also ich glaub ich war schon immer ein Tierfreund und mein Mann schon immer eher so....nicht. KLar er mag unsere Tiere, liebt unsere Hunde - er braucht sie aber nicht. Ich wollt schon immer alle Tiere retten, hatte mitleid mit allem was plattgetrampelt wurd.

    Ne richtige Rundenanzahl haben wir nicht. 3 sinds mindestens. Und dann eben noch was so anfällt. Nehm ich die 3 mit auf eine Runde um einen Kundenhund zu holen, geht der ein oder andere Hund mal mit in die Stadt (am Markt und zb dem Tedi dürfen Hunde mit), wievoll ist das wochenendprogramm, habe ich Hundeschule oder nicht, ruft meine Freundin spontan an für Gassirunden....alles Faktoren die dazu beitragen wie oft wir gehen. Je nachdem wann die letzte Runde war, geh ich Spätabends bevor ich ins Bett geh nochmal unten Pipi machen mit Blaze oder auch mal beiden.

    lg Becki

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